Einzeltherapie

„I have gone out to look for myself

If I should return before I get back

Please hold me until I get here.“

(Chaco Canyon, Navajo-Indianer)

Anhand der von Joseph Campbell beschriebenen Stufen der archetypischen Heldenreise möchte ich den Therapieprozess beschreiben, wie ich ihn verstehe:

 Die meisten Menschen kommen in die Praxis, weil sie sich in einer Krise befinden. Eine Not möchte gewendet werden, ein großer Schmerz wird fühlbar oder es ist eine Erstarrung entstanden, die nicht mehr akzeptabel ist und weitere Entwicklung behindert. Die Seele „ruft“ nach Erweiterung und nach einer weisen Führung.

 

Im Laufe der Behandlung wird ein Abschied nötig von vertrauten Mustern, Sichtweisen oder ritualisierten Gewohnheiten – zuvor werden die Qualitäten des Über-Lebensmusters bewusst gemacht und in Verbindung mit den Lebensumständen besser verstanden. Dies ist meine eigentliche Arbeit: indem der rote Faden des Lebens geknüpft wird, entsteht Verbundenheit und die Wahrnehmung eines Kontinuums.

 

Der Prozess entspricht einer „Wanderung“ durch unbekanntes oder verschlossenes Seelenland. Verborgene Ressourcen können sichtbar gemacht werden, Angst kann benannt und in einen Zusammenhang gestellt werden, Blockaden, Zorn, Trauer, Liebe und Sehnsucht werden ins Bewusstsein gespült und brauchen ein sicheres Uferbett in der Begleitung.

 

Vielleicht folgt eine neue „Prüfung“ mit grundsätzlichen Fragen nach der eigenen Identität und Vision. Mitgefühl, Resonanz und Selbstannahme ermöglichen die Öffnung für neue Erfahrungen und Begegnungen, Einsichten können integriert und umgesetzt werden. Die Ablösung aus der therapeutischen Übertragungsbeziehung wird eingeleitet.

Therapeutische Haltung

Meine therapeutische Haltung ist geprägt von den Prinzipien der humanistischen Psychologie. Ich glaube und vertraue auf das innewohnende Wachstums- und Wandlungsprinzip alles Lebendigen und auf die Selbstheilungskräfte. In meiner Praxis finden Sie Heilungsräume und einen sicheren Ort, um der eigenen Wahrheit zu begegnen und diese anzuerkennen. Es bildet sich ein Boden, der Verwurzelung und Entwicklung ermöglicht.

Lebendigkeit entsteht in der dynamischen Bewegung zwischen gegensätzlichen Polen. Krankheit und Leid erfordern Verwandlung, Integration und gehören zum Menschsein wie Gesundheit und Glück. Getrenntes möchte verbunden werden und ein Ganzes drängt nach Teilung und Vielfalt. Die Vorstellung von einer Welt, in der alles Lebendige miteinander verbunden ist, beeinflusst meine Arbeit.

Ziele sind das Wiedergewinnen von Selbstverantwortung, Handlungsfähigkeit und der Freiheit zu wählen. Ich fördere den Aufbau von sozialen Gemeinschaften und Unterstützungssystemen im therapeutischen Kontext, in dem die Erfahrung von tiefer Begegnung im symbolischen Raum möglich wird und Beziehungsfähigkeit geübt werden kann.